Minderjährige und Computerspiele

Für viele Erwachsene stellen Computerspiele und andere digitale Medien eine große Herausforderung in der alltäglichen Erziehung dar. In diesem Beitrag stellen wir 10 Tipps vor, mit denen Sie einen gesundheitsförderlichen Medienkonsum unterstützen können.

Artikel von Maximilian Anibas21. August 2019

Hilfe mein Kind liebt Computerspiele

Besonders wenn jüngere Kinder anfangen übermäßige Leidenschaft für Computerspiele zu entwickeln, sind wir als Eltern alarmiert. Computerspiele müssen jedoch keine negativen Auswirkungen haben und können sich sogar positiv auf die Entwicklung des jungen Menschen auswirken. Einige Dinge muss man dabei jedoch beachten. Wir bieten ein paar Anhaltspunkte um den Umgang mit diesem uns vielleicht unbekannten Thema zu erleichtern.

Was kann ich als Elternteil bei Computerspielen beachten?

Die Frage, welche Inhalte in welchem Ausmaß konsumiert werden sollen muss individuell geklärt werden um einen gesunden Umgang mit der digitalen Kultur zu etablieren. Mit diesen Tipps können wir jedoch ein paar Anhaltspunkte bieten.

1) Achten Sie auf die Alterskennzeichnung der Spiele

Nicht jedes Spiel ist für jedes Alter geeignet.

Auf der Verpackung von Computerspielen finden Sie Alterskennzeichnungen, die Ihnen Orientierung bieten können ob das Spiel altersentsprechend ist. Neben der Alterskennzeichnung sind auch Inhaltskennzeichnungen angebracht, diese geben Ihnen mit einem Blick Auskunft über möglicherweise bedenkliche Inhalte. Auf der Webseite www.bupp.at können Sie sich näher zu diesem Thema informieren.

2) Stellen Sie klare Regeln auf

Treffen Sie eine klare, leicht nachvollziehbare Vereinbarung mit Ihrem Kind um Spieldauer und Spielzeit festzulegen.

Besprechen Sie schon im Vorfeld wie Sie reagieren werden, sollten die Regeln gebrochen werden. Totalverbote sind in den seltensten Fällen hilfreich, versuchen Sie eher die Spielzeit kurzfristig einzuschränken oder vereinbaren Sie eine Leistung zur Wiedergutmachung.

3) Das Verhalten prägen

Nutzen Sie Computerspiele und andere digitale Medien nicht als Strafe, Belohnung oder zur Beruhigung Ihres Kindes. Mit diesen Erziehungsmethoden könnten Sie das Verhalten Ihres Kindes unbeabsichtigt prägen.

4) Reden Sie über die Inhalte der Spiele

Kinder und Jugendliche beschäftigen sich oft intensiv über Wochen hinweg mit dem gleichen Computerspiel.

Zeigen Sie Interesse an dem Hobby und fragen Sie nach konkreten Inhalten des Spiels. Somit haben Sie einen besseren Einblick in die Freizeitgestaltung und können das Gefühl vermitteln ernst genommen zu werden.  Das Verstehen der Spielstruktur hilft Ihnen außerdem für Sie und Ihr Kind passende zeitliche Begrenzungen zu vereinbaren.

5) Ausreichend Bewegung ist wichtig

Kinder und Jugendliche verbringen immer mehr Zeit im Sitzen.

Egal ob in der Schule, Zuhause, im Verkehr oder mit Freunden, die körperliche Bewegung nimmt stetig ab. Die World Health Organisation (WHO) empfiehlt für Kinder und Jugendliche eine tägliche körperliche Aktivität von mindestens 60 Minuten. Hierbei ist nicht wichtig, dass Ihr Kind bestimmte Sportarten treibt oder Übungen ausführt, sondern einen aktiven Lebensstil lebt, bei dem Aktivitäten nicht nur im Sitzen ausgeführt werden.

6) Beachten Sie Ihre Vorbildwirkung

Vor allem jüngere Kinder spiegeln das Verhalten ihrer Eltern wider. Versuchen Sie einen ausgeglichen Lebensstil vorzuleben und stellen Sie keine Regeln auf, an die Sie sich selbst nicht halten können.

7) Schlaf ist wichtig

Unzureichender Schlaf kann zu einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme führen.

Depressionen, Angstzustände, Konzentrationsprobleme und schulischer Leistungsabfall können unter anderem Folge eines langanhaltenden Schlafmangels im Kindes- oder Jugendalter sein. Das blaue Licht der Bildschirme führt zu einem Erschweren des Einschlafens, außerdem sind viele Computerspiele anspannend und Stresshormone können beim Spielen ausgeschüttet werden. Zwischen dem Computerspielen und der Schlafenszeit sollte mindestens eine Stunde Abstand gehalten werden.

8) Keine Medien im Schlafzimmer

Vor allem bis zum Jugendalter wirken sich Fernseher und Computer im Schlafzimmer negativ auf die Gesundheit aus.

Eltern können hierbei den Medienkonsum nicht kontrollieren und Kinder mit Fernseher oder Computer schlafen durchnittlich jede Nacht kürzer als Gleichaltrige, die keine Medien im Schlafzimmer konsumieren können.

9) Gemeinsame Mahlzeiten

Leidenschaftliche Computerspieler*innen nehmen weniger Mahlzeiten mit ihrer Familie ein als Gleichaltrige.

Gemeinsames Essen, so wie alle anderen familiären Rituale, stärken den Zusammenhalt und wirken sich positiv auf die Gesundheit auf. Eine gemeinsame Vereinbarung zu treffen, wann gemeinsam gegessen wird, ist ratsam.

10) Warnsignale erkennen - auf das soziale Umfeld achten

Wenn Ihr Kind alle anderen Aktivitäten für das Spielen vernachlässigt und Pflichten nicht mehr erfüllen kann, sollten Sie ein klärendes Gespräch suchen und eine gemeinsame Lösungsstrategie entwerfen. Ein weiteres Warnsignal, bei dem Sie einschreiten sollten, stellt der Rückzug aus dem Familien- und Freundeskreis dar.

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